Programmübersicht
Folgende jeweils einstündige Vorträge werden parallel angeboten:
9:30 - 10:30 Uhr:
10:45 - 11:45 Uhr:
- Sebastian Lehnhoff: Smart Grids - Herausforderungen an die Informatik von Heute für die Stromversorgung von Morgen
- Klaus-Jürgen Röhlig: Radioaktive Abfälle: Entsorgungsstrategien und Endlagerung
12:00 - 13:00 Uhr:
- Thomas Schomerus: Energiewende und das EEG
- Ilja Tuschy: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: Koppelprozesse als Beispiele für praktische Emergenz in der thermischen Energietechnik
14:30 - 15:30 Uhr:
- Katharina Brinkert & Sonja Pullen: Perspektiven der Solarenergie. Forschung aus dem Bereich der natürlichen und artifiziellen Photosynthese
- Hans-Joachim Ziesing: Energiepolitik
15:45 - 16:45 Uhr:
- Katharina Grünberg: Shells Energieszenarien
- Jan Rosenow: Energieeffizienzpolitik in Deutschland und Großbritannien
17:00 - 18:00 Uhr:
Programmbeschreibung
Wieviel Netz braucht die Energiewende?
Prof. Dr.-Ing. Christian Blome
Lebenslauf:
1994-2000: Studium der Elektrotechnik an der Universität Hagen mit
Studienaufenthalten in Buenos Aires, Argentinien und am Politecnico
Torino, Italien
2001: Vorausentwicklung Elektrik/Elektronik bei der EvoBus GmbH, Mannheim
(Bordnetz und Energieversorgung)
2002/2003: DAAD-Stipendium "Zwei Jahre Sprache und Praxis in Japan" ,
davon neuen Monate bei Mitsubishi Motors in der
Elektrofahrzeug-Entwicklung (Radnabenmotoren und Brennstoffzellen)
2004-2008: Promotion zum Thema "Synergien zwischen Solargebäude und
Brennstoffzellenfahrzeug" als externer Doktorand der Universität Hagen mit
Aufenthalt (2005/2006) in Sydney, Australien
2007: Sechs Monate bei der Q-Cells AG, Thalheim bei Wolfen
09/2007-03/2011: Ingenieur Systemtechnik beim Gasmotorenhersteller MWM in
Mannheim; v.a. Beschäftigung mit Netzanschlussbedingungen für BHKWs
Seit 04/2011: Professor für Elektrische Netze und Anlagen sowie
Photovoltaik an der Fachhochschule Flensburg
Perspektiven der Solarenergie. Forschung aus dem Bereich der natürlichen und artifiziellen Photosynthese
Mit der natürlichen Photosynthese hat die Natur eine einzigartige Möglichkeit der Umwandlung von Sonnenenergie in chemische Energie geschaffen. Dabei werden die energiearmen Ausgangsstoffe Wasser und Kohlendioxid in energiereiche Kohlenhydrate umgewandelt - und so ganz nebenbei wird dabei auch noch der für uns Menschen so lebenswichtige Sauerstoff produziert. Am Department of Photochemistry and Molecular Science der Uppsala Universitet beschäftigt sich eine interdisziplinäre Gruppe aus Biologen, Chemikern und Physikern mit der Erforschung dieses faszinierenden Prozesses und entwickelt mit dem hierbei erworbenen Wissen artifizielle Systeme, die die verschiedenen Teilprozesse der natürlichen Photosynthese nachahmen. Ziel dabei ist es, günstige und umweltfreundliche Katalysatoren zu entwickeln, die die Reaktion der Wasserspaltung in Sauerstoff und Protonen katalysieren und welche zugleich die Protonen in molekularen Wasserstoff als klimafreundlichen Energieträger umwandeln können. Die dazu benötigte Energie soll analog der natürlichen Photosynthese aus dem Sonnenlicht gewonnen werden, welches wiederrum von speziellen Farbstoffen absorbiert wird.
In diesem Vortrag werden die Prozesse der natürlichen Photosynthese beleuchtet, sowie Grundkonzepte der aktuellen Forschung im Bereich der artifiziellen Photosynthese am Department of Photochemistry and Molecular Science der Uppsala Universitet vorgestellt.
Katharina Brinkert, geboren 1987 in Versmold, Kreis Gu?terloh, ist seit September 2011 Doktorandin in der Arbeitsgruppe "Molecular Biomimetics" (Department of Photochemsitry and Molecular Science) von Prof. Stenbjo?rn Styring an der Uppsala Universitet in Schweden und Stipendiatin der Heinrich-Bo?ll-Stiftung. Ihr Forschungsprojekt, welches in Kooperation mit der Arbeitsgruppe von Prof. Bill Rutherford, Imperial College in London ausgetragen wird, befasst sich mit strukturellen Aspekten des photosynthetischen Wasserspaltungskomplex. Sie ist ein aktives Mitglied des europa?ischen Solar-H2 Netzwerkes, unterstu?tzt durch die EU Commission (FP7/Energy), dem Swedish Consortium for Artificial Photosynthesis (CAP) und der International Society of Photosynthesis Research (ISPR). Katharina absolvierte im Sommer 2011 ihr Masterstudium in dem Bereich Chemistry for Renewable Energy an der Uppsala University, Schweden, welches durch die Rotary Foundation und die Heinrich-Bo?ll-Stiftung unterstu?tzt wurde. Die Masterarbeit fertigte sie in Prof. Devens Gust's Arbeitsgruppe (Arizona State University, Tempe, USA) an, welche den Vergleich der Eigenschaften und Effizienzen verschiedener Porphyrin- Farbstoffe in sog. "Dye-Sensitized Solar Cells" beinhaltete. Wa?hrend ihres Masterstudiums nahm Katharina aktiv an verschiedenen Konferenzen teil, unter anderem an der Gordon Research Conference Photosynthesis 2011 (Davidson College, North Carolina, USA) und als eingeladene Vortragende an der Towards Global Artificial Photosynthesis 2011 Conference (Lord Howe Island, Australia). Nach besonders erfolgreicher Teilnahme an verschiedenen nationalen und internationalen naturwissenschaftlichen Wettbewerben ("Jugend forscht", "Internationale Chemieolympiade", Bundesumweltwettbewerb") wa?hrend ihrer Schulzeit am Sta?dtischen Gymnasium in Harswinkel, Kreis Gu?tersloh und der Teilnahme an dem Programm "Studieren mit 16", angeboten von der Universita?t Bielefeld, entschied sich Katharina fu?r ein Chemiestudium an derselbigen Universita?t mit dem Fokus auf die biophysikalischen und biochemischen Aspekte der natu?rlichen und artifiziellen Photosyntheseforschung mit Stipendien der Stiftung der Deutschen Wirtschaft und des Studienfonds OWL. Sie absolvierte ihr Studium mit dem Abschluss Bachelor of Science, Chemistry im Sommer 2009. Weiterhin wird Katharina in diesem Sommer ihr Bachelorstudium "Kulturwissenschaften" mit den Schwerpunkten Literaturwissenschaft und Geschichte an der FernUniversita?t Hagen abschließen. Als Teil des Studiums absolvierte sie im Juli 2011 ein Praktikum an der Deutschen Botschaft Bangkok, welches durch den Deutschen Akademischen AustauschDienst (DAAD) unterstu?tzt wurde. Seit 2006 ist Katharina zudem Mitglied von "Bu?ndnis 90/ Die Gru?nen" und aktiv in verschiedenen hochschulpolitischen Gremien der Uppsala Universitet. Ihr politisches Interesse reicht von nationaler (deutscher und schwedischer) und europa?ischer Umwelt-, u?ber Bildungs- bis zur Forschungspolitik.
Sonja Pullen, geboren 1988 in Neuss, ist Masterstudentin in der Arbeitsgruppe "Molecular Inorganic Chemistry" (Department for Photochemsitry and Molecular Science) um Associate Professor Sascha Ott an der Uppsala Universitet. Ihre Arbeit befasst sich mit der Synthese und mechanistischen Untersuchungen an biomimetischen Modellkompexen des aktiven Zentrums der [FeFe]-Hydrogenasen, welche die reversible Reduktion von Protonen in molekularen Wasserstoff katalysieren. Nach ihrem Abschluss als Master of Science in Chemistry im Fru?hjahr 2012 wird sie ihre Arbeit als Doktorandin in Sascha Ott's Gruppe fortsetzen. Sie ist aktives Mitglied des Swedish Consortium for Artificial Photosynthesis (CAP). Weiterhin ist sie seit 2011 Mitglied des CEMUS research forums (Centre for Environment and Development Studies, Uppsala) und engagiert sich zusammen mit Katharina Brinkert in der Entwicklung, Planung und Durchfu?hrung eines interdisziplina?ren PhD-Kurses zum Thema Solarenergie. Ihr Interesse an organischer Synthesechemie und der Katalyse wurde wa?hrend ihres Bachelorstudiums an der Westfa?lischen-Wilhelms Universita?t in Mu?nster geweckt, wo sie 2010 ihren Bachelorabschluss in Chemie machte. Wa?hrend dieser Zeit arbeitete sie in der Arbeitsgruppe um Professor Frank Glorius an der Synthese Metall-organischer Geru?stverbindungen und deren Anwendung zur Katalyse. Zudem war sie wa?hrend ihres Bachelorstudiums aktives Mitglied des Jungchemikerforums in Mu?nster (JCF). Bereits wa?hrend ihrer Schulzeit war Sonja in verschiedene Projekte engagiert und erhielt unter anderem 2004 fu?r ihre Arbeit zum Thema "Biologisch abbaubare Kunststoffe - Sta?rkefolien" im Rahmen des Wettbewerbs Jugend forscht/Schu?ler experimentieren den 1. Sonderpreis Umwelt des Ministeriums fu?r Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen.
Klimagerechtigkeit
Ist Normativität in der Nachhaltigkeits- und speziell in der Klimaforschung im Sinne einer Möglichkeit objektiver ethischer Aussagen überhaupt denkbar? Wie ist insoweit das Verhältnis ethischer, rechtlicher und ökonomischer Aussagen zueinander? Wie lassen sich verschiedene Ebenen einer geistes- bzw. sozialwissenschaftlichen Analyse der Klimaproblematik sorgfältig auseinanderhalten und zugleich in ihrem Zusammenhang erkennen? Kann über Klimaschutz sinnvoll unter voller Fortgeltung des bis dato für moderne Gesellschaften prägenden Wachstumsdenkens reflektiert werden? Nicht zuletzt aber auch: Ist die Behandlung all jener Fragen aus einem primär wirtschaftswissenschaftlichen Blickwinkel unter maßgeblicher Nutzung der Methodik der Kosten-Nutzen-Analyse angemessen? Diesen Fragen sowie Instrumenten-Ansätzen einer gerechteren globalen Klimapolitik widmet sich der Vortrag in der einer Zeit, in der die internationale, aber auch europäische und deutsche Klimapolitik entgegen verbreiteter Wahrnehmung alles andere als erfolgreich ist.
Prof. Dr. Felix Ekardt, LL.M, M.A. Jurist, Philosoph und Soziologe, Professor für Umweltrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Rostock, Leiter der Forschungsstelle Nachhaltigkeit und Klimapolitik (www.nachhaltigkeit-gerechtigkeit-klima.de). Beratung zahlreicher öffentlicher/ gemeinnütziger Auftraggeber auf EU-/ Bundes-/ Landesebene; regelmäßiger Autor einiger überregionaler Tageszeitungen (SZ, FR, FTD, Capital, TAZ u.a.); Mitglied verschiedener Sachverständigenkommissionen; rund 50 internationale Vorträge seit 2007. Wichtigste Publikationen: Theorie der Nachhaltigkeit: Rechtliche, ethische und politische Zugänge - am Beispiel von Klimawandel, Ressourcenknappheit und Welthandel (2. Aufl. 2011); Klimaschutz nach dem Atomausstieg - 50 Ideen für eine neue Welt (2. Aufl. 2012); Information, Partizipation, Rechtsschutz (2. Aufl. 2010).
Shells Energieszenarien
Immer stärkere Energienachfrage bei gleichzeitig steigenden Förderkosten lassen den Ölpreis in die Höhe schnellen. Zusätzlich beinflusst der Energieverbrauch nicht nur den Klimawandel, sondern auch das Zusammenspiel zwischen Wasser, Nahrungsmittel und Energie. - Die Wasserproduktion wird immer energieintensiver, die Energieproduktion immer wasserintensiver und die Nahrungsmittelproduktion immer energie- und wasserintensiver. Zusätzlich steht in manchen Gebieten der Anbau von Energiepflanzen und Nahrungspflanzen in Konkurrenz zu einander. Um verstärkt erneuerbare Energien einzusetzen , die einen Teil der Probleme adressieren, bedarf es Zeit und sozialen Wandel. Die Welt in 2050 wird und muss anders aussehen als heute. Wie sie aussehen wird ist ungewiss.
Die Energieindustrie wird vor die Herausforderung gestellt, dass Investitionen kostspielig und langfristig sind: Zum Beispiel hat Shell kürzlich nach 30 Jahren Entwicklungsarbeit und Pilotierung eine neue Technologie in einer Großanlage ("Pearl GTL") in Betrieb genommen, die 20 Milliarden US Dollar verschlungen hat und mehrere Dekaden in Betrieb sein soll. Planungshorizonte sind lang, Fehler sind teuer.
Was macht also ein Unternehmen mit nahezu 200 Jahren Geschichte, davon mehr als 100 Jahre als Ölfirma, das weiß, dass die Zukunft sehr ungewiss ist, das aber trotzdem auf Jahrzehnte planen muss?
Seit nunmehr 40 Jahren setzt Shell auf Szenarioplanung, in der unterschiedliche Entwicklungen von Umgebungsvariablen beleuchtet und plausible Zukunftsabläufe beschrieben werden. Ursprünglich um sicher zustellen, dass die Firmenstrategie robust gegen verschiedene sozialökonomische und geopolitische Entwicklungen ist, heutzutage auch um sich neu zu erfinden.
Der Vortrag behandelt, was Szenarioplanung ist und wie eine Firma sie nutzt, um ihr Geschäftsmodell weiter zu entwickeln.
Dr. Katharina Grünberg (Jahrgang 1981) ist seit 2008 für die Energienachfrageanalyse im Szenarioteam von Shell verantwortlich. Seit Januar 2011 arbeitet sie die Hälfte der Zeit in China, um in Zusammenarbeit mit der dortigen Regierung Szenarien für die nationale Energiestrategie zu entwickeln. Nach dem Ökonometriestudium in Maastricht und Seoul promovierte sie in Lancaster (GB) in angewandter Sozialstatistik
Smart Grids - Herausforderungen an die Informatik von Heute für die Stromversorgung von Morgen
Die elektrische Energieversorgung steht vor großen Veränderungen, ausgelöst auf Erzeugerseite durch die zunehmende Integration dezentral verfügbarer und vor allem erneuerbarer Energien - insbesondere solcher mit schwankender Einspeisung - und auf Verbraucherseite durch die mögliche und notwendige Steuerung von Verbrauchsanlagen, da besonders Photovoltaik und Windenergieanlagen ihre Leistung abhängig von meteorologischen Einflüssen in die Netze einspeisen, was meist nicht mit den Lastprofilen oder Verbrauchsprozessen korreliert. Das Verschieben von Betriebszyklen einzelner Verbraucher und Geräte in solche regenerative Überversorgungssituationen ist nur eine Möglichkeit, dieses Ungleichgewicht auszugleichen.
Zukünftige intelligente Energieversorgungssysteme, sogenannte Smart Grids, werden geprägt durch die steigende Zahl aktiver Komponenten, die den Verbrauch und die Erzeugung elektrischer Energie Überwachen und im laufenden Betrieb aufeinander abstimmen sollen. Angefangen beim digitalen Stromzähler im Haushalt, über dezentrale Erzeuger und regelbare Verbraucher bis hin zu Prognose- und Überwachungssystemen: überall sollen "smarte" IT-gestützte und standardkonform durchgängig vernetzte Komponenten untereinander standardisierte Informationen austauschen und selbstständig ihre Prozesse aufeinander abstimmen und optimieren.
Mit steigender Zahl aktiver Komponenten und Akteure in Smart Grids erhöht sich die Komplexität des zu optimierenden Gesamtsystems. Eine Betriebsoptimierung, die bislang integriert und zentral durchgeführt werden konnte wird zunehmend schwieriger und ist schon jetzt im laufenden Betrieb in vielen Bereichen nicht mehr zu bewältigen. Die Selbstorganisation in natürlichen verteilten Systemen soll hier als Vorbild für ein dezentrales Energiemanagement dienen, in dem sich autonome Softwareagenten untereinander koordinieren und auf diese Weise einen optimalen Betrieb des Gesamtsystems erreichen.
Prof. Dr. Sebastian Lehnhoff
Personalia
Geboren: 20.09.1977 in Essen, Deutschland
Bildungsweg
1997 Abitur am Immanuel-Kant-Gymnasium in Heiligenhaus
?
2005 Dipl.-Inform. an der TU Dortmund im Studienfach Kerninformatik (Note: Sehr Gut)
?
2009 Dr. rer. nat. an der TU Dortmund (Note: Ausgezeichnet "summa cum laude")
2010 Berufung zum Juniorprofessor (W1) für Energieinformatik an der Universität Oldenburg
Akademische Positionen
2005-2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Betriebssysteme und Rechnerarchitektur an der Fakultät für Informatik der TU Dortmund
seit 2010 Juniorprofessor für Energieinformatik an der Fakultät für Informatik der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg
seit 2010 Wissenschaftlicher Leiter im FuE Bereich "Energie" des OFFIS - Institut für Informatik
seit 2012 Bereichsvorstand des FuE Bereichs "Energie" des OFFIS - Institut für Informatik
Aktuelle Forschungsschwerpunkte
- Energieinformatik
- Agentenbasiertes (selbstorganisiertes) Energiemanagement
- Verteilnetzautomatisierung
- Echtzeitfähige Zustandsanalyse elektrischer Energienetze
- Steuer- und Regelungsansätze zur Bereitstellung von netzstützenden Systemdienst-leistungen in sicherheitskritischen elektrischen Energieversorgungssystemen
Preise & Auszeichnungen - Zweimaliger Gewinner des von der GI-Fachgruppe für Echtzeitsysteme in 2006 und 2007 ausgelobten Reisestipendiums für Beiträge im Kontext der Echtzeitsteuerung von Multiagentensystemen in elektrischen Energieversorgungssystemen.
- Junior Fellow des Hanse Wissenschaftskollegs
- Best Paper Award für den besten Beitrag des Jahrgangs 59(2011) der Zeitschrift at-Automatisierungstechnik, Herausgegeben von der Gesellschaft für Mess- und Automatisierungstechnik im VDI/VDE und dotiert vom ABB Forschungszentrum Deutschland
- Sprecher der Fachgruppe "Energieinformationssysteme" (WI-EINS) der Gesellschaft für Informatik (GI),
- Mitglied des Forschungsbereichs "Energieinformatik" des Energieforschungszentrums Niedersachen (EFZN),
- Mitglied des Richtlinienausschusses VDI/VDE-GMA FA 5.15 "Agentensysteme" (Arbeitsgruppe "Agentensysteme in der Energie-Automatisierungstechnik"),
- Mitglied der VDE/ITG Fokusgruppe "Energieinformationsnetze",
- Mitglied des IEEE Computer Society Smart Grid Vision Project (IEEE CS SGVP),
- Mitglied der IEEE PES Multi-Agent Systems Working Group.
Entwicklungsperspektiven der Kernenergie
Dr. Wolfgang Lippmann
Radioaktive Abfälle: Entsorgungsstrategien und Endlagerung
Die Endlagerung radioaktiver Abfälle ist eine wissenschaftlich-technische, aber auch eine politische Herausforderung. Die Debatte zu diesem Thema ist nicht frei von Emotionen und Hintergedanken - in jüngerer Vergangenheit war sie z.B. von den Vorfällen in der Schachtanlage Asse, aber auch von der Diskussion um die Kernenergieerzeugung und die jeweiligen Energiekonzepte der Bundesregierung sowie durch die Auseinandersetzung um die Suche nach einem geeigneten Endlagerstandort geprägt. Im Vortrag soll der Versuch unternommen werden, zu einer Versachlichung beizutragen.
Ausgehend von allgemeinen Beobachtungen und Überlegungen zur Definition von Entsorgungsstrategien und zu den dabei zu treffenden Entscheidungen stellt der Vortrag anhand einiger ausländischer Projekte die unterschiedlichen Wirtsgesteine und technischen Konzepte zur geologischen Tiefenlagerung radioaktiver Abfälle vor. Die Situation in Deutschland wird unter Berücksichtigung der Projekte Morsleben, Asse, Konrad und Gorleben erläutert und der Handlungsbedarf in Zusammenhang mit der Entsorgung wärmeentwickelnder radioaktiver Abfälle aufgezeigt.
Prof. Dr. Klaus-Jürgen Röhlig
? Geboren am 21. April 1958, Leipzig
? 1980-1985 Studium der Mathematik an der TU Bergakademie Freiberg
? 1985-1989 TU Bergakademie Freiberg. Promotion 1989 (mathematische Analysis)
? 1989-1991 Institut für Energetik Leipzig. Numerische Modellierung (Schadstoffmigration)
? 1991-2007 Gesellschaft für Anlagen- und Reaktorsicherheit (GRS) mbH Köln. Forschung und Beratung des BMU (numerische Modellierung, Sicherheitsnachweis, Sicherheitskriterien für Endlager)
? Seit 2007 Universitätsprofessor für Endlagersysteme an der TU Clausthal
? 2008-2010 Entsorgungskommission des BMU (stellv. Vorsitzender, Vorsitzender des Endlagerausschusses)
? Wissenschaftlicher Beirat des Institut de radioprotection et de sûreté nucléaire (IRSN, Frankreich)
? Vorsitzender der Integration Group for the Safety Case (IGSC) der OECD/NEA
Energieeffizienzpolitik in Deutschland und Großbritannien
Die momentane Debatte über die Energiewende konzentriert sich einseitig auf die Frage nach sauberer Energieerzeugung, also den Ausstieg aus der Atomenergie und den Einstieg in die Erneuerbaren, sowie die Distribution von Strom und die damit verbundenen Hochspannungstrassen. Der Vortrag befasst sich mit einem wesentlichen aber oft vergessenen Baustein für das Erreichen der CO2-Ziele und ein nachhaltiges Versorgungskonzept - Energieeffizienz. Nach einer allgemeinen Einführung in die Geschichte der Energieeffizienzpolitik, beginnend mit der Energiekrise 1973, konzentriert sich der Vortrag auf Energieeffizienzpolitik im Wohngebäudebereich, wo enorme Potentiale schlummern. Im Rahmen der EU Energieeffizienzrichtlinie wird momentan die Einführung von sogenannten "Weißen Zertifikaten" in Deutschland diskutiert, ein Instrument zur Energieeinsparung, welches in Großbritannien seit 1994 einen wesentlichen Beitrag zur Klimapolitik leistet. Die Bundesrepublik Deutschland hat einen anderen Weg gewählt und im Jahr 2001 das CO2-Gebäudesanierungsprogramm der KfW aufgelegt. Der Vortrag analysiert die beiden Modelle, diskutiert Vor- und Nachteile und gibt einen Ausblick für die kommenden Jahre.
Jan Rosenow ist Unternehmens- und Politikberater im Bereich der Klima- und Energiepolitik. Momentan schreibt er seine Doktorarbeit zu Energieeffizienzpolitik an der Universität Oxford in der Lower Carbon Futures Group des interdisziplinären Environmental Change Institute. Im Rahmen seiner Promotion forscht Herr Rosenow an der UC Berkeley und der FU Berlin. Neben der Promotion arbeitet er als Berater bei Cocreate Consulting, einem Start-up-Beratungsunternehmen in London und ist aktives Mitglied des Think Tank 30, Club of Rome. Bevor Jan Rosenow nach Oxford ging, war er Berater im Londoner Büro der Unternehmensberatung SKM Enviros. Außerdem hat er für das Öko-Institut und das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt und Energie gearbeitet. Jan Rosenow hat Umweltpolitik und Umweltwissenschaften an der London School of Economics und der Universität Münster studiert.
Energiewende und das EEG
Der Vortrag behandelt einige Herausforderungen der Energiewende und wird dabei einen Schwerpunkt auf das EEG mit alten (z.B. feste Einspeisevergütungen) und neuen Instrumenten (z.B. Direktvermarktung) legen. Des weiteren werden auch weitere Aspekte, wie die Regionalisierung der Energieversorgung und Speicherkonzepte, gestreift.
Univ.-Prof. Dr. iur. Dr. h.c. (GTU Tiflis) Thomas Schomerus, geb. 1957, studierte 1976 - 1981 Rechtswissenschaften an den Universitäten Hamburg und Göttingen. Nach Beendigung des Referendariats mit dem 2. Staatsexamen 1988 begann er eine Tätigkeit als Verwaltungsbeamter im Dienst der Freien und Hansestadt Hamburg, insbesondere in den Bereichen Bau- und Umweltrecht. Darüber hinaus hatte er diverse Lehraufträge an der Universität Hamburg und an anderen Hochschulen. 1996 wurde er zum Professor für Öffentliches Recht, insbesondere Wirtschaftsverwaltungsrecht am Fachbereich Wirtschaftsrecht der damaligen Fachhochschule Nordostniedersachsen, Lüneburg ernannt. Seit. 2004 ist er Professor für Öffentliches Recht, insbes. Energie- und Umweltrecht an der Universität Lüneburg. Er leitet diverse Forschungsprojekte zum Umwelt- und Energierecht. 2005 wurde ihm durch die Georgische Technische Universität in Tiflis die Ehrenddoktorwürde verliehen. 2007 - 2009 war er zudem Lecturer an der Southampton Solent University, UK.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile: Koppelprozesse als Beispiele für praktische Emergenz in der thermischen Energietechnik
Der griechische Philosoph Aristoteles wird sicher nicht an Kraftwerksprozesse gedacht haben, als er seinen im Titel erwähnten Satz formulierte. Dennoch ist in der thermischen Energietechnik eine Reihe von Phänomenen zu finden, die zumindest im weiteren Sinne mit Emergenz zu tun haben. Unter Emergenz wird der Umstand verstanden, dass ein aus mehreren, oft vielen einzelnen Teilen zusammengesetztes System Eigenschaften aufweist, die nicht oder nicht zwingend schon allein in den Eigenschaften seiner Teile angelegt sind.
In diesem Sinne zielt der Ingenieur oder die Ingenieurin bei der Auslegung von komplexen energietechnischen Anlagen auf eine Art "praktische Emergenz" ab. So ist beispielsweise ein solarthermisches Kraftwerk eben mehr als eine Ansammlung von Spiegeln, Pumpen, Wärmeübertragern und Turbinen. Die Ingenieurskunst besteht also insbesondere darin, die Elemente einer energietechnischen Anlage so zu kombinieren, dass diese eine energiewirtschaftliche Aufgabe erfüllen kann, die letztlich nichts mit den in der Anlage eingesetzten Maschinen und Apparaten zu tun hat.
Deshalb stellt der Beitrag nicht die Funktion energietechnischer Komponenten in den Mittelpunkt, sondern konzentriert sich darauf, die übergeordnete Wirkungsweise verschiedener Anlagen zu beschreiben und zu erklären. Dabei werden auch Grundsätze des zielgerichteten Vorgehens bei deren Gestaltung verdeutlicht. Dies geschieht unter anderem am greifbaren Beispiel zweier so genannter Koppelprozesse: Einem System zur kombinierten Bereitstellung von elektrischer Energie und Heizwärme und einem System zur kombinierten Nutzung von erneuerbaren und konventionellen Energien zur Stromerzeugung.
Bemerkenswert ist dabei, dass Schlüsse, die sich aus der Behandlung dieser offensichtlich speziellen energietechnischen Anlagen ableiten lassen, durchaus in völlig andere Bereiche der Technik, der Wirtschaft und des Lebens übertragbar sind.
Prof. Dr. Ilja Tuschy, geboren 1972, studierte Energie- und Kraftwerkstechnik an der FH Flensburg und promovierte danach im kooperativen Promotionsverfahren der Hochschulen FH Flensburg und TU Dresden. Gefördert wurde er dabei durch ein Stipendium der Energiestiftung Schleswig-Holstein.
Bei der Energiestiftung arbeitete er auch bereits studienbegleitend als freier Mitarbeiter in Projekten zur Energiesystembewertung und Nutzung erneuerbare Energien. Von 2000 bis 2006 folgte eine Industrietätigkeit bei ABB, später ALSTOM Power, in Heidelberg und Mannheim mit wechselnden Aufgaben in Forschung, Entwicklung, technischer Beratung und Verkauf von Gesamtkraftwerken und insbesondere Dampfturbinen. Außerdem war Ilja Tuschy dort Referent für neue Kraftwerkstechnologien und Thermodynamik.
2006 wurde er als Professor für Energietechnik im Maschinenbau an die FH Flensburg berufen und vertritt dort in der Lehre unter anderem die Thermodynamik und die Kraftwerkstechnik. In Forschungsprojekten beschäftigte er sich zuletzt insbesondere mit solarthermischen Kraftwerken.
Energiepolitik
Vortragsbeschreibung folgt
Dr. Hans-Joachim Ziesing Referentenbeschreibung folgt



